3. April 2015

[Rezension] The Tendring-Saga: Henriettes Traum


The Tendring-Saga: Henriettes Traum
Franziska Abendroth


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Inhalt

Henriette möchte endlich auf eigenen Füßen stehen und aus dem Haushalt ihrer kinderreichen Familie ausziehen, um diese zu entlasten. Als sie eine Anstellung beim alten Lord Downhill findet ist sie überglücklich, doch der Traum verwandelt sich bald schon in einen Alptraum. Der Hausherr hat ein Auge auf das junge Mädchen geworfen und belästigt sie immer wieder. Auch dem jungen Gast Lord Charles Tendring sticht dieses Verhalten ins Auge, umso mehr da er selbst Gefallen an der hübschen jungen Henriette gefunden hat. Er bietet dem Mädchen an, sie als Gouvernante auf sein Anwesen zu begleiten. Die junge Frau ist sich jedoch nicht sicher, ob sie Tendring vertrauen kann. Ihr bleiben jedoch nicht viele Möglichkeiten: Lord Downhill ausgeliefert sein, ihre Ehre verlieren oder ins Ungewisse hinein mit Tendring gehen.

Meinung  

Bereits die Grundidee des Buches begeisterte mich, ehe ich das Rezensionsexemplar in Händen hielt. Und der Roman hielt, was er verspricht. Die Geschichte Henriettes hat schon nach kurzer Zeit ein "Mitfiebern" in mir ausgelöst. Henriette ist eine sehr sympathische Protagonistin und gerade die Geschichte mit dem sexuellen Missbrauch im ausgehenden 19. Jahrhundert finde ich sehr interessant. Zu damaligen Zeiten konnten sich die Frauen kaum wehren. Hätte sich Lord Tendring nicht für sie eingesetzt, wäre sie dem lüsternen Downhill ganz und gar ausgesetzt gewesen. Der Autorin gelingt es hervorragend, den Zwiespalt der damaligen Zeitenwende deutlich zu machen. Besonders an Lord Tendring spürt man, dass sich die Zeit um 1850-1900 stark im Wandel befand und auch alte Wertmaßstäbe allmählich durch neue Ansichten abgelöst wurden. Über die historische Korrektheit der Details kann ich leider keinerlei Auskunft geben. 

Sprachlich hat mich das Buch leider weniger überzeugt. Ich stolperte beim Lesen über einige Wortwiederholungen und Tippfehler. Ganz selten kam es auch zu widersprüchlichen Aussagen (ein- oder zweimal), nach denen ich dann auch erst ein paar Seiten zurückblättern musste um mir wieder einen Überblick zu verschaffen. Die Autorin bedient sich stellenweise einer eher umgangssprachlichen Wortwahl. Im Allgemeinen finde ich das nicht schlimm, in einem historischen Roman stört es mich jedoch ein wenig. 

Was ich auch sehr schade fande war, dass zu Beginn ein unglaublicher Spannungsbogen aufgebaut wird, der dann einfach in sich zusammen fällt. Da war ich regelrecht traurig. Mühelos hätte man aus diesem Buch entweder drei einzelne Bände (1: Henriettes Leben bei den Downhills bis zu ihrer "Rettung" 2: Henriette als Gouvernante bei Tendring bis zur Hochzeit und 3: George und Georgina) machen können, oder aber man hätte auf die einzelnen Episoden näher eingehen können und hätte das Buch in drei Teile gegliedert, die dann jeweils umfassender ausfallen.  Die Geschichte hat nämlich unglaubliches Potential, wird jedoch meiner Meinung nach zu schnell abgehandelt und verliert daher schnell an Spannung. 

Bewertung

Laut meinem neuen Punktesystem gibt es für ein gutes Buch, dass sich an eine gewisse Zielgruppe (=geschichtsinteressierte Leser) richtet und (sprachliche) Unstimmigkeiten aufweist drei Punkte.  Da mir die Grundidee so sehr gut gefällt gebe ich noch ein halbes Pünktchen hinzu, auch wenn ich das leider grafisch nicht darstellen kann ;) Für Freunde von Bronte oder Austen ist dieses Buch absolut zu empfehlen. 




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