27. Februar 2015

Freitagsfüller: 27.02.2015

Ich hab früher ja immer gern beim Freitagsfüller mitgemacht. Das würde ich auch gern wieder aufleben lassen :)


1.   Stress ist   manchmal unvermeidlich, aber eigentlich eine gute Antriebskraft .
2.  Wie man jemandem so dreist ins Gesicht lügen kann ist mir absolut unverständlich..
3.  Jetzt könnte  die Beine hochlegen und einfach mal nichts tun.
4.   Wenn mich jemand stresst und hetzt, höre ich nur: blah blah.
5.   Zuerst war  sehr enttäuscht und traurig, aber mittlerweile habe ich gelernt, dass es solche Menschen gar nicht wert sind, dass man ihnen nachtrauert .
6.   Die "erfolgshungrigen" Leistungssportler sind für den Sport leider häufig ein schlechtes Beispiel.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein kuschliges Bett , morgen habe ich nicht viel geplant und Sonntag möchte ich in Ruhe den Tatort genießen !

25. Februar 2015

Gemeinsam Lesen


Eine gemeinsame Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher, ins Leben gerufen von Asaviels Bücher-Allerlei


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese momentan "Erlösung" von Jussi Adler-Olsen. Ich bin auf Seite 88!

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Wenn Carl an einem Abend wie diesem nach Hause in den Ronneholtpark kam, wo das Flimmern und die Programmgeräusche der Fernseher aus den Betonblocks drangen und sich die Hausfrauen in den Küchenfenstern als Schattenrisse abzeichneten, kam er sich vor wie ein Musiker ohne Noten initten eines Symphonieorchesters."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Das ist jetzt schon der dritte Fall von Carl Morck den ich lese. Ich bin eigentlich gar nicht so der Typ für Krimis bzw. Thriller. Aber Jussi Adler-Olsen hat mich so richtig "gefangen genommen". Ich kenne glaube ich kaum ein Buch, wo die Hauptpersonen so eckig und kantig, trotzdem oder gerade deswegen aber so sympathisch sind. Ich glaube, dass macht auch einen Großteil der Magie dieser Reihe aus. Die Fälle an sich sind zwar schon spannend genug, aber das wäre alles nur halb so fesselnd, wenn das tolle Ermittlerteam nicht wäre.


4. Mit wem (ausser im Netz) tauscht ihr euch noch über eure Leseleidenschaft aus? Habt ihr gleichgesinnte Freunde im Familien- oder Bekanntenkreis?
Meist tausche ich mich mit meiner Mutti aus. Von der habe ich die Leseleidenschaft. Allerdings liest sie oft ganz andere Bücher, sodass wir nicht immer einen gemeinsamen Nenner haben. Sie liest lieber sehr anspruchsvolle Bücher und Krimis, ich bin ja doch eher bei Fantasy und co. zu finden. Jussi Adler Olsen zB ist aber ein Tipp von ihr gewesen :) Ansonsten habe ich leider niemanden so recht, der meine Leidenschaft teilt. Im Studium bietet sich aber manchmal auch Gelegenheit, kein Wunder wenn man Literatur studiert :D Allerdings werden da eher Bücher besprochen, die ich nicht als Privatlektüre  lesen würde. Allein im vergangen Semester hatten wir ein Seminar, wo auch wirklich zeitgenössische Literatur besprochen wurde. Das war sehr erfrischend, wenn man sonst nur von Schiller, Goethe & co umschlungen wird.


22. Februar 2015

[Rezension] Herz, Klopf! v. A.Hammer

Für die Challenge An die Bücher... Fertig?!...Määäh! suchte ich zu Beginn des Monats ein Buch, das zum Thema "Fasching" passt. Gar nicht so einfach! Ich bin dann jedoch über diesen Thriller gestolpert, mit dem Titel Herz, Klopf! von Agnes Hammer. Und tatsächlich handelt dieser Roman im Rahmen der Karnevalswoche. 

Inhalt. Zu Beginn der Karnevalswoche (Entschuldigt, wenn ich die Tage nicht zusammen bekomme. Kenne mich mit Fasching gar nicht aus!) scheint noch alles so wie immer. Die 16-jährige Lissy pöbelt Fremde an und nimmt ihnen Geld ab, die unscheinbare 13-jährige Franka schreibt Gedichte. Eigentlich passen die beiden nicht zusammen. Die Mütter der beiden Mädchen sind jedoch beste Freundinnen. Lissy fühlt sich ein bisschen wie die große Schwester des Mädchens, das aufgrund ihrer Begabung häufig gemobbt wird. Allein im Internet findet Franka Trost, denn dort wird sie für ihre Gedichte bewundert.

Es ist Karneval in Düsseldorf. Alle sind verkleidet. Und inmitten dieser Maskerade verschindet Franka. Und für Lissy, die sich nicht damit zufrieden gibt wie die Polizei ermittelt, beginnt eine haarsträubende Woche. Sie sucht verzweifelt nach Franka und auch sonst ist ihr Leben voller Probleme: Der Vater obdachloser Alkoholiker, die Mutter kaufsüchtig, ihr türkischer Freund verschwindet einfach wochenlang. 

Meinung. Von Anfang an Begleitet der Leser sowohl Lissy, als auch den Mann, der Franka gefangen hält. Der Handlungsrahmen erinnert stark an eine Nachmittags-"Dokusoap" auf RTL. Das hat mich von Anfang an gestört und macht es schwer, Lissy sympathisch zu finden. Und auch wenn Lissy am Ende eine Wandlung vollzieht, bleibt sie doch eine Protagonisten, der zumindest ich nicht über den Weg laufen möchte. Das Milieu war sicher auch so beabsichtigt, da Franka sonst ihre Rolle nicht hätte einnehmen können. Dennoch wäre es sicher hier und da möglich gewesen, nicht ganz so in die Kerbe zu hauen. 
Franka selbst ist - je nachdem - entweder der strahlender Stern oder Außenseiter. Der Mann, den sie im Internet kennen lernt, will das Mädchen schützen vor dieser "Assibrut" und entführt sie daher. Als das Mädchen jedoch weint und fliehen will, erkennt der Fremde, dass sie gar nicht gerettet werden will und spürt Wut, die er bald schon an ihr auslassen will. Die Idee dahinter finde ich eigentlich ganz gelungen. Ein Künstler, der seinen Traum nicht verwirklichen konnte und deshalb ein Mädchen aus dem Umfeld befreit, dass die Fähigkeit, Gedichte zu schreiben, bloß belächelt.

Es wird wie gesagt schnell klar, dass es sich beim Täter um einen Mann aus dem Internet handelt. Auch seine Beweggründe sind rasch auf dem Tisch. Bloß die Identität ist lange Zeit  geheim. Hammer wirft immer mal wieder alternative Täter ein, der Leser weiß jedoch sofort, dass dieser Mann es nicht sein kann. Der Freund von Lissys Mutter? Nein, der kommt zwar in Frage. Aber der Leser weiß seit der ersten Seite, dass der Täter Franka aus dem Web kennt. Und dem Fremden auch schon begegnet ist ohne ihn erkannt zu haben. Das KANN gar nicht der Freund sein. Wirklich spannend ist der Krimi nicht und die Sprache recht einfach gestrickt. Als Sonntagsnachmittagslektüre durchaus brauchbar, aber für den anspruchsvollen Leser nicht unbedingt empfehlenswert.


Herz, klopf! Agnes Hammer. Verlag: Script5. 280 Seiten. 12,90 €  

19. Februar 2015

[Wiedergelesen] Engelszorn v. Nalini Singh

Alle Jahre wieder (habe ich das Gefühl, denn der Intervall beträgt tatsächlich nahezu ein Jahr) lese ich die Guildhunter-Reihe von Nalini Singh. Die Autorin, die der Reihe immer wieder einen weiteren Band schenkt, animiert mich vor Erscheinen eines Bandes stets zu dem Wunsch, die Reihe erneut zu lesen. Und so bin ich nun wieder bei Engelszorn angelangt und muss sagen, dass mein zweites Lesen dem Band doch ein wenig "geschadet" hat. 

Erstmal, worum geht es? Elena hat den Kampf gegen Uram überlebt und der Erzengel Raphael hat das Unmögliche möglich gemacht. Er hat eine Sterbliche in einen Engel verwandelt. Elena erwacht mit mitternachtsfarbenen Flügeln und gilt als die Sensation der Engelwelt. Sie wird jedoch auch zum Ziel, denn sie ist die Schwachstelle des Erzengels von Manhatten. Und so beginnt ein aufstrebender Engel, sich durch Attentate auf Elena seinen Rang als Erzengel zu erkämpfen. Selbst ein Engelskind wird in Mitleidenschaft gezogen. Elena muss also gehörig aufpassen, zumal sie eigentlich trainieren sollte. Lijuan, die Erzengelin von China, hat zum Ball geladen. Bis dahin muss der junge Engel natürlich auf so manchen Angriff vorbereitet sein. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. 

Nach wie vor gehört die Reihe und somit auch Engelszorn zu meinen Lieblingsbüchern. Meine Meinung revidiere ich jedoch insofern, dass dieser Teil der Serie etwas langatmiger erscheint als die anderen. Es geschieht eigentlich fast alles erst auf den letzten Seiten. Natürlich, hier und da ein toter Vampir oder Engel. Die Jagd nach dem Verursacher. Aber im Endeffekt vollzieht sich vor allem Elenas Verwandlung zum Engel. Und so begeben wir uns doch ein bisschen zu häufig gemeinsam mit ihr in den Ring, sie übt schließlich sehr viel. Vielleicht hätte man hier den ein oder anderen Sparringpartner kürzer fassen können um die Handlung dynamischer voran zu treiben. Ansonsten aber nach wie vor ein wirklich empfehlenswertes Buch im Genre Fantasyromantik. 


Gilde der Jäger 2: Engelszorn. Nalini Singh LYX. 400 Seiten. 9,95 €

18. Februar 2015

[Gehört] Tschick v. W. Herrndorf

Als Kind hörte ich sehr gern Hörbücher, jedoch habe ich diese irgendwann doch ganz vergessen. Aber nun kam irgendwie alles zusammen, sodass ich mich an mein erstes Hörbuch seid Jahren wagte. Neben der stupiden "Klickarbeit" am PC, bei der kein Gedanke vor Ort sein muss, habe ich also auf Spotify das Hörbuch Tschick  von Wolfgang Herrndorf, gelesen von Hanno Koffler  gehört.

Tschick. Das ist eigentlich Andrej Tschichatschow und er ist der Neue in der Klasse. Es fällt ihm schwer, Fuß zu fassen. Aber das scheint ihm auch gar nicht wichtig zu sein. Mit anteilnahmsloser Miene nimmt er alles hin. Zu Beginn der Sommerferien treffen jedoch Tschick und der stille, zurückhaltende Maik aufeinander. Sie beide wurden nicht zur Geburtstagsfeier der Klassenschönheit eingeladen. Maik ist darüber besonders deprimiert. Er hat sich verliebt, sich die Mühe mit einem besonderen Geburtstagsgeschenk gemacht (eine gezeichnete Beyoncé) und nun? Nicht eingeladen. Der Langweiler wurde nicht eingeladen. Und so beschließen die beiden Jungen mit einem, geklauten Lada in die Mandschurei zu fahren. Und auf ihrem Weg begegnen sie vielen außergewöhnlichen und eigentlich sehr liebenswürdigen Menschen. Eine enge Freundschaft entsteht und so wird dies der Sommer ihres Lebens. 

Tschick und Maik kommen aus sehr unterschiedlichen, jedoch jeweils komplizierten Verhältnissen. Tschick ist ein armer Einwanderer, der mit seinem Bruder krumme Dinger dreht. Maik ist Kind reicher Eltern, die Mutter jedoch Alkoholikerin und der Vater untreu. Die beiden Jungen scheinen zu Beginn kein bisschen zueinander zu passen, aber irgendwie verschwinden die Unterschiede Kilometer um Kilometer. Tschick  ist ein Buch über Freundschaft und darüber, dass man seines Glückes Schmied ist. Es braucht nicht die großen Dinge (Maik hat ja schließlich Geld, einen Pool, usw) um wirklich zufrieden sein. Es braucht eigentlich nur einen Freund, einen schönen Sommertag, Freiheit.

Der Roman ist wirklich berührend und schön. Die Umsetzung als Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Hanno Kofflers Stimme ist sehr angenehm und auch die leichte Akzentuierung des "Russen" gelingt ihm sehr gut. Ein bisschen langatmig ist es vielleicht teilweise schon, Spannung gibt es nicht wirklich oder kam zumindest bei mir nicht rüber. Der Hörer/Leser weiß von Anfang an, dass die Autofahrt mit Wunden im Polizeirevier enden wird. In diesem Roman gilt wirklich eher: der Weg ist das Ziel.


Tschick. Wolfgang Herrndorf. Gekürzte Fassung. Argon Sauerländer Audio. 4 Stunden 56 Minuten. 6,99 €

16. Februar 2015

[Rezension] Pfaueninsel v. Th. Hettche

"Wir sagen: die Zeit vergeht. Dabei sind wir es, die verschwinden."

Das Buch lächelte mich auf einem der kleinen Tischchen an, die die örtliche Bücherei  anlässlich des Buchpreises aufgestellt hatte. Ich wusste nicht, worum es ging. Doch das Cover gefiel mir so gut, dass ich kurzerhand mit Pfaueninsel von Thomas Hettche  unter dem Arm zurück zum Auto stiefelte.  Das Buch lag erst einige Zeit auf meinem SuB, dann jedoch die Nachricht der Bücherei: Muss in sieben Tagen abgegeben werden, jemand hat es vorbestellt. Na schön. Ich mich also gleich hingesetzt und zu lesen begonnen und keine drei Tage später sitze ich nun hier, überwältigt von diesem Buch. Mit einem traurigen Gefühl im Bauch. Und trotzdem froh das Buch gelesen zu haben. 

Inhalt. Die Pfaueninsel ist eine "walfischförmige" Insel in der Havel. Hier wurde ein künstliches Paradies als Rückzugsort für die königliche Familie geschaffen. Marie und ihr Bruder Christian, beide kleinwüchsig, werden von der Großmutter weggegeben und auf eben jener Insel angesiedelt. Die junge Marie soll Schlossfräulein werden. Die Kleinwüchsigen galten als Exoten, als "Ding". Eine Absurdität der Natur, die man auf der Insel zur Schau stellen und zur Belustigung hernehmen konnte. Auf der Insel leben zudem die Neffen des Gärtners, darunter auch Gustav. Zwischen Gustav, Christian und Marie entspinnt sich eine Freundschaft, die bald schon Liebe zwischen dem jungen Mädchen und dem normalwüchsigen Jungen sät. Und als die beiden jungen Menschen endlich einander näher kommen und sich der Leser wünscht, diese ungewöhnliche Liebe möge blühen, bricht Gustav auf. Seine Lehre führt ihn fort von Marie und der Pfaueninsel. Als Gustav zurückkehrt, kann er seine Liebe zu Marie nicht mehr leugnen. Sie finden zueinander und Marie wird schwanger. Doch es beginnt nicht nur ein Leben, es bricht auch eines jäh und gewaltsam ab. Und dies ist das Ende des glücklichen Lebens des Schlossfräuleins von der Pfaueninsel. Und nun erst wird ihr allmählich gewahr, dass  die Pfaueninsel und sie selbst Überbleibsel einer alten Zeit sind, während sich im Deutschland des 19. Jahrhunderts  soviel verändert.

Meinung. Vorweg: dieses Buch ist für zartbesaitete Wesen, die allzuviel mitfühlen, schwere Kost. Das Leben der Marie ist nur anfänglich schön. Doch ihr Glück bricht jäh ab und ihr Dasein wird immer trostloser und trauriger. Und jedes Mal wenn man glaubt, nun wirds aber wieder; jetzt kommt das Happy End - Pustekuchen! Nein. Die Geschichte zeichnet den Verfall, das Gebrechen, die Trauer einer besonderen Existenz in all seiner traurigen Wirklichkeit nach. Und Thomas Hettche gelingt dies mit einer keineswegs zu blumigen, aber sehr schönen Sprache so eindrucksvoll umzusetzen, dass man mit einem Kloß im Hals aus der Geschichte geht. Im Mittelpunkt stehen immer wieder die zentralen Themen: Was ist Schönheit? Und: Was ist Vergänglichkeit? Für uns sind alle Menschen gleich, doch für die Menschen damals galt das eben nicht. Die "Mohren, Zwerge, Riesen" wurden auf der Pfaueninsel eher als Teil  der Menagerie gesehen, weniger als normale Menschen. Immer wieder geistert das Wort "Monster" durch den Roman und es kann nur in jener Zeit abgestreift werden, da Gustav sich seiner Liebe zu Marie hingibt. Als er ihr das Gefühl gibt, eine Frau wie jede andere zu sein. 

Beeindruckend ist auch, dass die Person der Marie durchaus historisch belegt ist. Viel mehr ist über das Fräulein jedoch nicht überliefert, sodass Hettche ihr nun eine ganz eigene Geschichte zur Seite zaubert. Wikipedia meint "In der Nacht vom 18. zum 19. Mai 1880 geriet das Palmenhaus aus ungeklärter Ursache in Brand." So ungeklärt bleibt der Brand in Hettches Roman nicht. 

Starken Gemütern rate ich definitiv zu, dies ist ein wirklich wunderschönes Buch. Wer Bücher jedoch bloß zur Erheiterung liest und sich selbst mitfühlend nennt, lässt lieber die Finger davon. Ich werde  mir nun erst einmal "leichtere Kost" vornehmen, bereue jedoch keine Seite der Pfaueninsel gelesen zu haben. 

Zitate.
"Jede Geschichte beginnt lange, bevor sie anfängt."

"Schönheit ist Willkür."

"Jeder Liebende ist ein Überlebender. Doch auch die Toten sind weiter unter uns, als wäre nichts geschehen."


Pfaueninsel. Thomas Hettche • Kiepenheuer & Witsch • 352 Seiten • 19.99 €

12. Februar 2015

Rezension: Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand


Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Roman von Jonas Jonasson
carl's books • 416 Seiten • 14,99 €
Auf Amazon 

Inhalt

Allan Karlsson wird 100-Jahre alt. Doch statt an der für ihn organisierten Feier im Altersheim teilzunehmen, klettert er in "Pisspantoffeln" aus dem Fenster, trampelt die Blümchen nieder und verschwindet. Im nahegelegenen Reisezentrum will er eine Möglichkeit finden, aus Malmköping fort zu kommen. Dort trifft er auch auf einen zwielichtigen Typen, der einen Koffer bei sich hat. Als der Kerl, auf dessen Jacke "Never Again" steht, auf Toilette muss, schnappt sich Allan den Koffer und verschwindet. Man kann ja womöglich gebrauchen , was da drin ist: vielleicht ein Hemd oder neue Schuhe?! Er kommt nicht weit mit seinen 50 Kronen, so landet er ganz zufällig an einem alten Bahnhof. Dort wohnt Julius. Auch ein Greis wie Allan selbst... wobei. 70 klingt ja eigentlich noch recht jung wenn man selbst 100 ist. Aber egal. Die beiden finden heraus, dass sich  in dem Koffer ein ordentlicher Batzen (Drogen-)Geld befindet. Dementsprechend sind den beiden "Jungs" nun auch die Mitglieder von Never Again auf den Fersen.

Auf ihrer Flucht begegnen die beiden Herren einer schönen Frau, einem Dauerstudenten mit Imbissbude, einem Bibelverkäufer, einem Elefanten, und ach so vielen Dingen mehr. Aber der Leser selbst begegnet zudem noch Allans Lebensgeschichte, denn die wird immer wieder eingestreut. Und hier erleben wir ganz Unglaubliches: Wir essen zu Abend mit Persönlichkeiten wie Truman, Stalin, Mao Tse Tung. Wir helfen maßgeblich beim Bau der Atombombe für Amerika, dann für Russland. Auch im spanischen Bürgerkrieg kämpfen wir gemeinsam mit Allan für beide Seiten. Der Herr ist viel herum gekommen, bis er letztlich an seinem 100. Geburtstag einfach so aus dem Fenster steigt.

Zitate


"Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt"
"Wenn ein Elefant sich erleichtert, geht das selten spurlos an demjenigen vorbei, der sich in der Nähe aufhält."
"Wahrscheinlich galt sie nicht mal als Schwedin, und in Schweden war man ja - wie in den meisten Ländern - nicht besonders viel wert, wenn man Ausländer war."
"[...]aber nichts währt ewig, höchstens die allgemeine menschliche Dummheit."



Meinung

Auf dem Grabstein meiner eigenen Uroma steht geschrieben "1910-2010" - eine Hundertjährige kannte ich also wahrlich, auch wenn die nicht mehr ganz so rüstig war wie Allan Emmanuel Karlsson. Manchmal erinnerte mich der nie verlegene Schwede dennoch an meine Oma, denn sie sind beide doch recht kauzig gewesen.

Die Geschichte, die sich Jonas Jonasson hier ausdenkt, ist - in einem Wort - herzerwärmend.  Anders kann ich es kaum ausdrücken. Die Sprache, der sich Jonasson bedient, ist charmant und witzig, manchmal sogar , jedoch wohldosiert, plump und damit umso greifbarer. Wir begleiten einen alten Herren, der über sein Leben resümiert und einen letzten großen Coup startet und dabei Freunden für den Rest seines Lebens begegnet. Jonas Jonasson weiß dies geschickt in seiner ganz eigenen, liebenswürdigen, witzigen, sympatischen Sprache zu schildern. Nicht selten saß ich mit einem Grinsen im Gesicht da, verkniff mir ein lautes Auflachen in der Bahn oder freute mich einfach. Die Tatsache, dass Allan dann auch noch echten historischen Persönlichkeiten unter die Arme greift - zum Schießen! Allan selbst ist zudem ein wirklich sympathischer Protagonist, den man sich selbst gern als Opa wünscht.  Besonders schön fand ich es auch, dass ich die Flucht der Freunde nachvollziehen konnte und dadurch gleich Kindheitserinnerungen wach wurden: die Gegend, durch die Allan & co fliehen, habe ich bereits live gesehen. Die Städte selbst bereits besucht. Wenn also von  Växjö, Tranås und co die Rede ist, bin ich in Gedanken vor Ort. 

Jedermanns Sache ist dieser Roman sicher nicht. Jonasson überspitzt schon arg die Historie, wenn Allan mit Stalin Abend isst und der junge Kim Jong sich auf Allans Schoß die Augen ausheult, weil Onkel Stalin tot ist. Für mich war aber gerade das ein weiterer Grund, das Buch zu lieben. Ich habe mich (im Übrigen) darüber hinaus mit den Personen beschäftigt und die Realität mit dem Buch abgeglichen, sodass ich gleich noch ein bisschen für mein Allgemeinwissen getan hab.

Von mir hat der Roman definitiv alle Punkte verdient! Selten ist mir bei einem Roman so wohlig ums Herz geworden. Und damit meine Schwedischkurse nicht ganz umsonst waren: 
tack så mycket, Jonas Jonasson!




11. Februar 2015

Gemeinsam Lesen


Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam!
Eine Aktion von Asaviel, die Schlunzenbücher und ich übernehmen durften
Für mehr Infos *klick*

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese zur Zeit "Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Ich bin auf S. 271.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Die Herren konnten natürlich zum Tausch ein paar schwarzweiße Sträflingsanzüge haben."


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Ich finde dieses Buch einfach wahnsinnig herzerwärmend. Jonas Jonasson hat eine Art zu schreiben, dass man ständig schmunzeln muss. Richtig schön!


4. Dicke Wälzer (ab 500 Seiten) - lest ihr sie gerne oder scheut ihr euch davor? Und warum?
Mh... Beides. Ich scheue mich schon ein bisschen, denn ich lese sehr langsam und je nach Zeit auch sehr unregelmäßig. Da kann ein Wälzer auch gern mal Monate in Anspruch nehmen. (Das längste war glaube ich der Zauberberg, für den hab ich ungelogen Monate gebraucht!) Aber ich lese auch gern mal richtig dicke Bücher, schließlich ist man da nicht sofort wieder gezwungen, aus der neuen Welt zurückzukehren. Ich glaube das kommt auch einfach auf das Buch selbst an. Es fällt ja doch leichter ein interessantes Buch zu 1000 Seiten zu lesen, als einen Langweiler, der sich auf 200 Seiten unglaublich zieht.

4. Februar 2015

Gemeinsam lesen


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Der Hundertjäghrige der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson. Ich bin auf Seite 141.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Aber wie sollte man mit diesem seltsamen Menschen hier umgehen, wenn nicht wie mit allen anderen?"

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Meine Uroma, die erst vor ein paar Jahren verstarb, war auch knapp über Hundert als sie starb. Und auch sie war noch lange sehr rüstig, auch wenn sie wohl nicht mehr aus dem Fenster gestiegen wäre. Das Buch ist wirklich herzerwärmend, rührend und vor allem auch lustig. Man hat eigentlich mindestens einmal pro Kapitel ein dickes Grinsen auf dem Gesicht. Das finde ich klasse. Schön ist es auch, da ich die Orte, von denen im Buch die Rede ist, auch selbst schon bereist habe. 

4. Gibt es eine Person in eurem aktuellen Buch, die ihr überhaupt nicht mögt? Wenn ja, warum? Und wenn ihr der Person etwas sagen könntet, was wäre das?
Nein, bei diesem Roman gibt es keine Person, die ich nicht mag. Sie sind alle auf ihre Art und Weise einzelartig und liebenswürdig. Natürlich hat jeder Ecken und Kanten, aber trotzdem oder gerade deswegen sind sie sympathisch. Allein Benny ist mir noch nicht ganz so nahe wie die anderen. Aber auch nicht unsympathisch.