29. Dezember 2014

Meine liebe Livia veranstaltet morgen, am 30.12. 2014 ab 16  Uhr wieder ihr gemütliches Lese-Miteinander. dazustoßen könnt ihr auch später :) Es lohnt sich wirklich und macht jedes Mal riesen Spaß :) 



26. Dezember 2014

Zorn des Himmels v. Richard Dübell



"Er toste, brüllte   und röhrte, er brachte Häuser und Kirchen zum Einsturz, verschlang ganze Wälder und begrub fruchtbare Felder unter erstickendem Schlamm, bis auch der letzte Sünder sich schreiend zusammenrollte und seine Seele in Todesangst diesem zornigen Gott empfahl. Es war Gottes Zorn, aber er war nur ein Vorspiel zu dem, was noch kommen sollte. "



Zorn des Himmels


Autor: Richard Dübell
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten der Printausgabe: 400
Preis: 19,99 €
Hier kaufen: Bastei Lübbe

Klappentext

Frankfurt, im Jahre des Herrn 1342. In der Ferne ballen sich dunkle Wolkentürme zusammen, Wetterleuchten erhellt den Himmel und Gerüchte von Überflutungen im Südosten des Reiches kursieren in den Straßen und Gassen der Stadt. Die junge Fährmannstochter Philippa ahnt nicht, dass der heranziehende Sturm ihr Leben für immer verändern wird. Sie verliebt sich in einen Mann – einen Mann, der einen Mordanschlag auf den Kaiser planen soll. Und während sich der Zorn des Himmels über Frankfurt entlädt und eine Katastrophe ohne Gleichen einläutet, muss Philippa eine Entscheidung treffen, die über Leben oder Sterben des Kaisers bestimmt ...

Inhalt in eigenen Worten

Philippa, die Tochter des Fährmanns Rupprecht, fühlt sich in den Fluten des Meyn  in Sassenhusen am wohlsten. In ihrem kleinen Schiff bricht sie auch auf, als ihr Vater ihr verkündet, dass sie Albrecht heiraten soll. Sie lässt sich auf den Wellen des Flusses treiben, der ihr seltsam verändert vorkommt. Als sie einen Leichnam sieht, dessen Antlitz erschreckend menschlich wirkt, den sie jedoch als Tierkadaver abtut, gerät Philippa in Unruhe. Erst die Bekanntschaft mit dem mysteriösen Unbekannten kann sie zurück in die Realität holen. Jedoch waren dies nicht die letzten beunruhigenden Veränderungen, die der jungen, eigensinnigen Frau an ihrem geliebten Meyn auffallen.

Ebenjener Unbekannte, er wurde von Nonnen Mathias genannt, sorgt nur kurze Zeit darauf in  mit seinen herausragenden Kampfkünsten für Aufsehen in Franchenfurt, dabei wäre es ihm angesichts seines Gedächtnisverlusts ganz lieb unerkannt und unbeachtet zu bleiben. Auch ein Deutschritter, ein Stiftspropst und viele weitere Gestalten reihen sich in die Dramatis Personae ein. Die wichtigste, auf historischen Tatsachen basierende Person: Kaiser Ludwig I. von Wittelsbach. Der Kaiser erfährt besonderen Schutz in den Mauern Franchenfurts, da gemunkelt wird, ein Meuchelmörder sei auf ihn angesetzt. Und dann kam die Flut...

Meinung

SPANNUNG
Das erste Kapitel des Buches macht einen guten Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Dübell beschreibt die Magdalenenflut so plastisch und meisterhaft, dass man sich in das Geschehen hinein versetzt fühlt. Langeweile kommt in diesem Roman definitiv nicht auf, da ein Ereignis das andere jagt ohne aber zu aufdringlich zu wirken. Besonders spannend fand ich, dass Zorn des Himmels eine reale Begebenheit bearbeitet. Ich muss gestehen, dass ich stets auch während der Lektüre vor dem PC  hing, um historische Realität und Roman  abzugleichen. Während das Buch für "normale" Leser bereits spannend ist, ist es für jene, die sich für das Deutsche Mittelalter interessieren, regelrecht packend und anregend. Das Drumherum um Mathias und Philippa tritt da schon ein wenig in den Hintergrund.

PERSONEN
Die Personen in Dübells Mittelalterroman sind eigentlich nur Beiwerk, denn das eigentliche Augenmerk liegt auf dem Meyn, den Naturgewalten, der Katastrophe. Vielleicht liegt es daran, dass Philippa und co. nicht unbedingt dazu einladen, sich mit ihnen zu identifizieren, mitzufiebern. Da "Zorn des Himmels" jedoch gerade davon lebt, das Magdalenenhochwasser zu veranschaulichen, wäre eine Konzentration auf die  Einzelgeschicke der Personen womöglich gar nicht so förderlich für die Wirkung des Romans.

SPRACHE & AUFBAU
Bereits auf der ersten zum Roman gehörenden Seiten hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, denn dem eigentlichen Text geht eine Übersicht der Schauplätze und Personen voran. Dabei werden die Personen, die auf historisch authentischen Persönlichkeiten basieren, noch einmal gesondert hervorgehoben. Ich persönlich empfand das als sehr angenehm und habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich auf die Seiten zurück blätterte um nachzuschauen. Desweiteren möchte ich besonders positiv die Verwendung der historisch korrekten Ortsnamen hervorheben. Frankfurt wird zu Franchenfurt. Der Main zum Meyn. Sachsenhausen zu Sassenhusen. Man fühlt sich dadurch so richtig ins Deutschland des 14. Jahrhundert hinein katapultiert, was mir unglaublich gut gefallen hat.

Was mir jedoch weniger gut gefiel war, das man besonders zu Beginn des Romans eher schwer hinein findet. Manche Sätze sind recht kompliziert  und verschachtelt formuliert, was ein mehrmaliges Lesen notwendig machte. Dieses Stocken hat natürlich den Lesefluss beeinträchtigt. Jedoch gibt sich das mit der Zeit. Wenn man einmal hinein und seinen Lesefluss gefunden hat, kann man das Buch kaum noch fortlegen.


KAUFEMPFEHLUNG
Der Roman ist rasch gelesen, da man ihn nur ungern aus der Hand legen möchte sobald man einmal in dessen Sog geraten ist. Besonders zu empfehlen ist dieses Buch für jene, die historisch interessiert sind.

FAZIT 
"Zorn des Himmels" ist ein packender Mittelalterroman, der das ganze Unheil der Magdalenenflut im Juli 1342 meisterhaft veranschaulicht und den Leser Teil der Katastrophe werden lässt, ohne dass dieser nasse Füße fürchten muss. Ich habe lange überlegt, ob der fünfte Stern eventuell während der eher blassen Personen abgezogen werden sollte. Ich bin allerdings zu dem Entschluss gekommen, volle Punktzahl zu geben. Es ist nicht Sinn und Zweck des Romans, das Schicksal der Personen zu beleuchten, sondern die Flut darzustellen. Und das gelingt Dübell erstklassig, mitreißend, abenteuerlich.



Vielen Dank an Bloggdeinbuch.de und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar! 







12. Dezember 2014

Gemeinsam Lesen

Leider poste ich recht verspätet die Antworten zum "Gemeinsamen Lesen". Mich hatte es wirklich voll erwischt: Fieber, röschelnder Husten, triefende Nase, ein Kopf so hämmernd und matschig wie Brei. Na super! Und in dem Zustand musste ich mich in die Uni schleppen, da ich nicht fehlen konnte in den Sitzungen dieser Woche. Aber jetzt ist es einigermaßen (wenn auch noch nicht ganz) überstanden. 

Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzenbücher.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 
Ich lese zu Zeit Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Ich bin auf Seite 221.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
"Aber sein Stolz, sein widerlicher Stolz!"

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? 
Ich muss sagen, die Romane der Frauen um 1800 herum begeistern mich immer wieder sehr. Sie zählen zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und auch Stolz und Vorurteil ist gerade im Begriff, sich zu so einem Lieblingsbuch aufzuschwingen. Ich finde es äußerst faszinierend, wie unterschiedlich auch die Schreibkulturen waren. Die Britischen Schriftsteller (nicht nur die Frauen) haben meiner Meinung nach deutlich schöner, anschaulicher, begreiflicher, usw usf geschrieben. Die Deutschen in dieser Epoche waren sehr kopflastig und zu sehr aufs Philosophieren aus, was ihre Werke meiner Meinung nach schwieriger lesen lässt.  Man muss teilweise richtig angestrengt lesen, um dem Handlungsstrang folgen zu können. Zudem sind innere Monologe, bzw. "Schwafel-Stellen" sehr häufig. Eine rechte Spannung kommt da nicht auf. Ganz anders bei den Engländern - oder bilde ich mir das nur ein?!

4. Lest ihr Bücher immer nur einmal, oder gibt es auch Bücher die ihr mehrmals lest?
Definitiv lese ich Bücher mehrmals wenn sie mir gefallen. Die Bücherdiebin z.B. steht bereits zum dritten Mal auf meinem SuB und auch Panem werde ich bald noch einmal lesen. Die unendliche Geschichte und Momo möchte ich auch bald wieder lesen. Den Hobbit. Die Harry Potter Bücher. Nicht jedes Buch ist es "wert" zweimal gelesen zu werden, da bin  ich froh wenn ich es beim ersten Mal nicht in eine Ecke knalle. Aber gute Bücher setzen bei mir definitiv keinen Staub an. 

6. Dezember 2014

Glasgesichter (eBook) von Cordula Hamann


"Er schüttelte den Kopf über so viel Gewalt in dieser Stadt und wechselte den Sender, bis er Musik hörte. "Was gibt es nur für grausame Menschen!", murmelte er und war wieder einmal froh, dass er seinen einsamen Rückzugsort hatte, in dem kleinen Brandenburger Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung war."

Glasgesichter


Autor: Cordula Hamann
Seiten der Printausgabe: 352
Preis: 9,99 €
Hier kaufen: Mira Taschenbuch

Klappentext

Ein schlechter Scherz - oder tödliche Gefahr? Die Galeristin Andrea Wahrig erhält eine anonyme Morddrohung, als sie die spektakulären Bilder eines jungen Berliner Künstlers ausstellen will ... Gesichter, farbenfroh gemalt auf Glas, im Todeskampf verzerrt - die spektakuläre Bilderserie des jungen Künstlers Maximilian Ross soll der Galerie von Andrea Wahrig den Durchbruch bringen. Da erhält sie einen anonymen Brief: "Sagen Sie die Ausstellung ab oder jemand, den Sie lieben, wird sterben." Andrea glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. Bis ihre Mutter verschwindet. Und urplötzlich weigert sich auch Maximilian, seine Bilder auszustellen. War die Drohung etwa von ihm? Hat er etwas mit dem Verschwinden von Andreas Mutter zu tun? Fieberhaft beginnt Andrea nachzuforschen. Während sie dem grausamen Geheimnis des Künstlers immer näher kommt, liegen Pinsel und Farben schon bereit, für das nächste gläserne Totenbild ...

Inhalt in eigenen Worten

Jeder kennt die farbenfrohen Glasmalereien, die man in Kirchen findet. Glasbilder wie diese malt der junge und vielversprechende Künstler Maximilian Ross, dessen Werke die Galeristin Andrea Wahrig  in ihrer Galerie präsentieren möchte. Doch die Werke des Berliners werden nicht von biblischen Motiven getragen, sondern von angstverzerrten Schreckensfratzen. Doch Maximilian macht einen Rückzieher, möchte seine Glasgemälde nicht ausstellen. Die plötzliche Meinungsänderung des Künstlers geht damit einher, dass Andrea Drohbriefe bekommt. Sie solle die Ausstellung absagen, sonst werde ihrer Mutter etwas passieren. Die Galeristin begibt sich auf die Suche nach dem untergetauchten Ross und zögert eine Reaktion auf den Brief heraus. Und eines Tages macht sich Wahrigs Mutter auf den Weg nach Hause, kommt dort jedoch nie an....

Meinung

SPANNUNG
Der Einstieg in den Roman fiel mir schwer. Nach einem sehr spannenden Prolog wurden wir in das eher langweilige Leben einer jungen Galeristin geworfen, die sich über Geldnöte und das mangelnde Vertrauen ihres Vaters in ihre Arbeit beklagt. Der erste Teil des Romans wirkt daher etwas langweilig und langatmig, was womöglich den Leser abschrecken könnte weiter zu lesen. Dann jedoch gelingt Cordula Hamann eine 180°-Wende, denn der Roman nimmt an Fahrt auf. Nach etwa einem Viertel des Buches fällt es nur noch schwer, dieses aus der Hand zu legen.  Die Gedanken des Lesers werden immer wieder in neue, ganz andere Richtungen gelenkt. Ohne aber, dass es verwirrend wirkte. Ich persönlich hatte erst ziemlich zum Schluss (etwa bei 90% des Buches) eine Ahnung, wie alles zusammenhängt und vor allem, in welcher Beziehung der junge Künstler zum Serienmörder steht. Es fällt einem regelrecht wie Schuppen von den Augen, die Lösung setzt sich wie ein Puzzle ganz allmählich zusammen. Man fiebert regelrecht mit und möchte schneller, immer schneller lesen - die Lösung scheint zum Greifen nahe. 

PERSONEN
Andrea Wahrig erschien mir eher oberflächlich. Ich konnte keine rechte Beziehung zu dieser Figur herstellen. Es handelte sich um eine x-beliebige Frau, die durch Zufall in eine dramatische Geschichte verwickelt wurde. Ein bisschen spannender finde ich da schon ihren Verehrer Oleg, über den wir leider nicht wirklich viel erfahren. Maximilian Ross, der Künstler, wird hingegen sehr detailreich und lebendig beschrieben. Man fühlt mit ihm, als er sich endlich verliebt und die Beziehung eine Krise erfährt. In dem Roman geht es vor allem um die Aufarbeitung seiner Geschichte. Das führte meiner Meinung nach dazu, dass Cordula Hamann vor allem auf seine Ausgestaltung Wert legte und dabei die anderen Personen ein bisschen zu kurz kamen. 

PERSPEKTIVE & SPRACHE
Die auktoriale Erzählperspektive finde ich klug gewählt für diesen Roman. Sie gestattet es uns, sowohl die Sicht des Mörders, die Sicht Andreas und auch die Sicht Maximilians nach zu empfinden und in deren Leben einzutauchen.  Eine persönlichere Erzählperspektive hätte dies nicht hergegeben. Die Szenenwechsel zwischen der Galeristin, dem Künstler und dem Mörder empfinde ich ebenfalls als gelungen. Das Verbrechen wird von vielen Seiten belichtet, sodass man als Leser immer ein Stückchen näher an die Wahrheit heranrückt. Leider war die Sprache nicht immer so gewählt, dass der Roman wirklich greifbar und lebendig wurde. Dennoch wusste die Autorin, wie sie ideal Spannung erzielen und aufbauen konnte. Vor dieser Leistung zücke ich meinen Hut.

IDEE
Die Idee ist definitiv das Stärkste an diesem Buch. Je näher man der grausamen Wahrheit kommt, umso mehr rollen sich einem die Fußnägel - sozusagen. Denn hinter den Entführungen steht ein wirklich dramatisches Schicksal und der Versuch, damit umzugehen. Die Glasbilder sind der zentrale Punkt der Geschichte und wenn man einmal versteht, welche Geschichte sich dahinter verbirgt, bekommt man Gänsehaut. Genauo diese Wirkung sollte ein guter Thriller auf den Leser haben!

KAUFEMPFEHLUNG
Das Buch würde ich definitiv jenen empfehlen, die sich ein Buch für langweilige Stunden und Nervenkitzel wünschen, dabei aber keinen Wert auf eine tiefgründigere Nebenhandlung legen! 

FAZIT 
Bei Glasgesichter handelt es sich um einen Roman mit einer unglaublich guten und soliden Storyidee. Allein die Sprache wirkt manchmal zu platt, als dass man sich dauerhaft emotional auf die Handlung und die Protagonisten  einlassen könnte.  Dennoch ist die Handlung so spannungsgeladen, wie man es sich von einem Thriller wünscht! 


Vielen Dank an Bloggdeinbuch.de und Mira Taschenbuch für das Rezensionsexemplar! 






4. Dezember 2014

Gemeinsam Lesen

Diesmal kommen die Fragen wieder von Weltenwanderer :) 


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Glasgesichter von Cordula Hamann und bin auf Seite 166.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Oder sein jüngeres Ebenbild, in die Fußstapfen seines Vorbildes gestiegen.

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Die Entscheidungs dieses Buch zu lesen war eher pragmatischer Natur. Ich habe mich bei bloggdeinbuch.de angemeldet und mich für dieses Buch beworben, da es mir am ansprechendsten erschien und die Promotion auch bald endete. Es klang ja recht spannend, mit den auf Glas gemalten Gesichtern. Die erste Seite war ein wenig abschreckend, gleich der erste Name (das erste Wort überhaupt!) wirkte unsympathisch, allerdings hat sich das Buch dann rasch zu so einem entwickelt, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich bin wirklich ein langsamer Leser, aber ich habe das Buch in nahezu einem Tag fast komplett verschlungen. Die letzten Seiten werde ich mit Sicherheit heute, spätestens morgen lesen. Dieser Thriller ist wirklich genau so wie man ihn sich wünscht, fürchterlich spannend und irgendwie richtig... abgefahren? Sagt man das so? Auf jeden Fall ist die Idee dahinter unglaublich irre. Positiv und in dem Sinne auch negativ gemeint, denn es ist beängstigend. Allein der Gedanke, dass es so etwas überhaupt geben könnte! 

4. Aus welcher Perspektive ist dein aktuelles Buch geschrieben? Welche Erzählweise bevorzugst du? 
Glasgesichter ist auktorial geschrieben, anders wären die Sprünge mit Sicherheit auch gar nicht möglich zwischen den verschiedenen Protagonisten. Theoretisch habe ich die auktoriale Perspektive auch immer bevorzugt, allerdings entwickelt sich mein Geschmack in letzter Zeit ein wenig in Richtung Ich-Perspektive. Vor allem die Tribute von Panem-Reihe hat mich dazu verlockt. Man fühlt ganz anders mit, wenn die kleine Stimme im Kopf aus der Ich-Perspektive spricht, das ist ja auch irgendwo klar. Aber ich bevorzuge an sich keine der Perspektiven. Meist hängt es ganz von der Geschichte und dem Schreibstil und der Umsetzung des Autors ab, ob die Perspektive gut rüberkommt oder eigentlich ein Griff ins Klo ist. 


3. Dezember 2014

Rezension: Erbarmen von Jussi Adler-Olsen


Erbarmen ist der erste Fall für Carl Mørcks Sonderdezernat Q. Auf 420 Seiten erzählt Jussi Adler-Olsen die Leidensgeschichte der jungen und bildhübschen Abgeordneten Merete Lyngaard, die von ihren Peinigern festgehalten wird und wie der Fall vom Sonderdezernat Q neu aufgewickelt wird. Das Buch erschien im Deutschen Taschenbuchverlag 2009  und kostet 14,90 €.

Inhalt

Die Stimmung der Kollegen bei der Mordkommission schießt in den Keller, wenn Carl Mørck  den Raum betritt. Seit er und seine Partner Hardy und Anker in eine Schießerei gerieten, bei der Hardy schwer verletzt und Anker getötet wurde, ist der Vizekriminalkomissar Mørck  unleidlich. Da die Politik ohnehin ein Sonderdezernat für ungelöste, brisante Fälle fordert, schiebt der Chef der Mordkomission Mørck  kurzerhand in den Keller ab, überreicht ihm einen Stoß Akten und dazu einen lebenslustigen, erfrischenden Syrer namens Assad, der seiner schweren Vergangenheit zum Trotz unbeschwert und sehr neugierig daher kommt. Gemeinsam rollen sie den Fall der Merete Lyngaard wieder auf. Die junge Politikabgeordnete verschwand spurlos an Bord einer Fähre, die sie und ihren nach einem Unfall  geistig behinderten Bruder Uffe in den Urlaub bringen sollte. Merete bleibt verschollen,  ihr jüngerer Bruder muss in ein Heim. Dies geschah 2002. Nun, mittlerweile fünf Jahre später, wollen Mørck  und Assad  herausfinden, ob Merete Lyngaard tatsächlich Selbstmord beging. Doch schnell wird klar, dass die damaligen Ermittlungen schlampig geführt wurden und an der Sache etwas mehr als faul war!

Meinung

Jussi Adler-Olsen gelingt es in seinem Buch, eine gute Balance zwischen dem Fall Merete Lyngaard und dem Privatleben Carl Mørcks  herzustellen.  Allgemein kann man sagen, dass Adler-Olsens Roman sehr lebendig wirkt und tatsächlich aus der Realität gegriffen scheint. Es handelt sich um keinen Super-duper-Komissar, der alles auf den ersten Blick perfekt kombiniert. Es gibt den Fall erschwerende Schwierigkeiten, es gibt Spannung und es gibt eine gute Portion Biografie der Charaktere. Und nichts davon wirkt übertrieben. 

Das Buch ließt sich sehr angenehm und flüssig. Einmal in die Hand genommen ist es schwierig es auch wieder fort zu legen.  Die Personen sind sehr detailliert beschrieben und somit auch greifbarer für den Leser. Die Geschichte rund um Mørck und seine verunglückten Partner ist an sich schon interessant und spricht das Mitgefühl des Lesers an. Assad und Mørck  besuchen Hardy, der seit dem Unfall querschnittsgelähmt ist, regelmäßig und halten ihn über ihre Fälle auf dem Laufenden. Auch Assad ist eine sehr spannende und sympathische Person, die aber definitiv viel tiefgründiger ist als der Leser auf den ersten Blick vermutet. Der quirlige Syrer erweißt sich als durch und durch kompetenten Partner Carl Mørcks, der Assad eigentlich als "Mädchen für alles" einstellte und diesen nun plötzlich als Partner wahrnimmt. Gemeinsam sind sie ein wirklich gutes Gespann, da sie einander sehr gut ergänzen und Assad zu einem Großteil dazu beiträgt, dass Mørck  sich aus seiner verzwickten Situation befreit oder zumindest beginnt, seine Probleme zu bewältigen. 

Spannend ist auch die Vorgeschichte Merete Lyngaards, die die Behinderung des Bruders Uffe erklärt. Ebenso wunderbar durchdacht und höllisch spannend ist die Entführung Merete Lyngaards. Die junge Politikerin wird wie ein Versuchskaninchen in einer Druckkammer gefangen gehalten und ist sowohl der Druckveränderung (jedes Jahr steigt der Druck an), als auch dem psychischen Terror ihrer Entführer ausgeliefert. Adler-Olsen wechselt alle paar Kapitel in die Druckluftkammer und erzählt uns, wie Merete diese Torturen überhaupt überstehen konnte. Wie sie reagierte. 

Rundum ein wirklich gelungener Auftakt für das Sonderdezernat Q und es ärgert mich sehr, dass ich vor dem nächsten Band erst noch eine Reihe anderer Bücher lesen muss und werde. Für Krimifans ist Erbarmen definitiv ein absolutes Muss. 

Einzig die Durchschaubarkeit fand ich etwas schade. Ich habe bereits auf Seite 80 o.ä. geahnt, wer der Täter ist. Bestätigt wurde das Gefühl erst in den letzten Kapiteln. Und trotz meiner Ahnung hat der Roman auch keineswegs an Spannung verloren, eher noch Kapitel um Kapitel dazu gewonnen. Womöglich wusste ich auch so schnell Bescheid, weil meine Mutti das Buch schon gelesen hatte und ich ab und an etwas aufschnappte, wer weiß. Solltet ihr das Buch lesen könnt ihr mir ja berichten, ab wann ihr denn eine Ahnung hattet wer der Täter ist ;)





1. Dezember 2014

Gemütliches Lese-Miteinander


Morgen, am 02.12.2014, veranstaltet die liebe Livia wieder ein Lesemiteinander. Diesmal werde ich voll dabei sein, ihr auch? Meldet euch doch an, es wird auf jeden Fall richtig toll ! Das Lese-Miteinander beginnt 19.00. Ich selbst werde wohl erst gegen 20.15 dazustoßen, aber das macht nix. Denn man kann jederzeit dazustoßen oder auch aussteigen!

NEUNZEHN UHR

Wo lest ihr heute? Lasst ihr uns vielleicht in eure Wohnung rein schauen?
Ich lese am Schreibtisch, da der Rest relativ zugebaut ist :D Kam heute erst spät heim und musste noch lernen, sodass ich heute nicht aufgeräumt habe.

Jussi Adler Olsen: Erbarmen. Cordula Hamann: Glasgesichter. Mein Adventskranz. Und was sich eben so auf meinem Schreibtisch tummelt. 

Was lest ihr heute und wo im Buch beginnt ihr? 
Ich werde Erbarmen weiter lesen. Da bin ich auf Seite 302, also schon recht weit gen Ende. Und dann werde ich evtl. das eBook "Glasgesichter" beginnen, das mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar bei bloggdeinbuch zur Verfügung gestellt wurde.

Habt ihr heute ein Leseziel?
Da ich morgen meine mündliche Prüfung habe, werde ich ab und an die Nase vom Buch ins Lehrmaterial stecken, daher habe ich mir kein wirkliches Ziel gesteckt. Ich hoffe, dass ich bei Erbarmen noch einiges weiterkomme. Mal schauen. 

EINUNDZWANZIG UHR

Wieviele Seiten habt ihr in der Zwischenzeit gelesen?Stolze 15 :D Ich bin ein absoluter langsamleser und.... 

Lasst ihr euch leicht ablenken beim Lesen?
...und ich lasse mich sehr leicht ablenken. Zumal ich eigentlich immer diese blöde Prüfung im Hinterkopf habe heute .___. 

Wie gefällt euch euer Buch bist jetzt? 
Eigentlich wollte ich 21 Uhr eine ganz kurze Pause machen um den Stoff zu wiederholen, allerdings kann ich das Buch gerade gar nicht aus der Hand legen. Absolut spannend! Es geht gerade an die Lösung des Falles, die heiße Phase.

ZWEIUNDZWANZIG UHR

Werdet ihr im Dezember Weihnachts- oder Winterbücher lesen?
Ich würde gern, aber dafür fehlt mir wohl einfach die "Zeit". Ich habe noch so viele Bücher hier liegen, die will ich erst einmal alle lesen ehe ich an etwas Neues oder Anderes denke. Lektüreliste wartet ja auch und eben die Büchereibücher. Zudem habe ich das Leseexemplar, was auch innerhalb der nächsten Tage gelesen werden soll.

Nach welchen Kriterien wählt ihr aus, was ihr als nächstes lest?
Ich habe ja hier auf dem Blog eine kleine Liste von Büchern, die ich gern lesen würde. Da schreib ich mir immer welche raus, ehe ich in die Bücherei gehe. Wenn die nicht da sind (verliehen oder nicht im Bestand) stöbere ich einfach durch die Regale. Ich lese dann immer zuerst eines der Bücher aus der Bücherei, denn die müssen ja zurückgegeben werden. Deswegen türmen sich auch schon die Bücher, die mir selbst gehören. Weil ich die immer nach hinten schieb. Und manchmal entscheid ich auch nach "Platz". Wenn ich weiß, dass ich die nächsten Tage mit schwerer Tasche in die Uni muss wähle ich bewusst ein schlankeres Buch.

Welche Figur in eurer momentanen Lektüre wärt ihr gerne?
Ich glaube, da gibt es keine Antwort darauf. Entweder handelt es sich um psychisch gestörte Antagonisten, von denen gequälte Opfer oder gebrochene Männer, die relativ verzweifelt sind :D Ich würde mit keinem der Figuren tauschen wollen, am ehesten wohl noch mit der Zeugin Helle, die ehem. Haushälterin des Opfers. Die lebt ganz ruhig und unbekümmert mit ihrem Mann auf dem Lande.