29. November 2014

eReader: Kobo Aura



Eigentlich bin ich kein Freund von eReadern, da ich das traditionelle Buch stets bevorzuge. Nichts desto trotz lese ich ab und an eBooks. Zum einen weil manche meiner Lieblingsautoren tatsächlich NUR als eBook publiziert werden. Zum anderen, weil es viele der Bücher, die ich gern lesen würde, nicht in der Bibliothek gibt. Um mir diese dann zu kaufen fehlt mir sowohl das Geld, als auch und vor allem der Platz in meinem Zimmer. Hier stapeln sich die Bücher bereits und weiterverkaufen oder gar wegschmeißen ist für mich ein NoGo. 

Manchmal verzichte ich auch bewusst darauf, ein Buch mit in die Uni zu nehmen. Das ärgert mich dann immer halb schwarz, da ich Hin- und Rückfahrt von fast 2 Stunden im Zuge habe. Aber die Schulbücher sind meist so schwer, dass mein Rücken und mein Rucksack um jedes noch so kleine Gewicht weniger dankbar sind. 

Bis jetzt habe ich die eBooks dann auf dem iPad gelesen, allerdings finde ich das nicht sehr handlich, zum anderen tuts mir um den Akku leid. Den brauch ich, da ich mit dem iPad in der Uni arbeite, für andere Dinge. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Freund hat mir gestern den Kobo Aura in pink gekauft :) Mal schauen, das wird sicher eine eher zweischneidige Beziehung. :D 

Wie steht ihr zu eReadern? Lest ihr lieber klassisch oder auf dem Reader? Welchen habt ihr? 

25. November 2014

Gemeinsam lesen!



Auch heute bin ich wieder sehr gern beim gemeinsamen Lesen dabei, diesmal auf Schlunzen-Bücher zu finden :) 

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese noch Erbarmen von Jussi Adler-Olsen. Ich bin auf Seite 153. (Ich kam letzte Woche voll wenig zum Lesen =( )

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Ihre Palette hier drinnen kannte nur schwarz und weiß, und sie mischte sich je nach Stimmung.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich glaube, ich weiß bereits seit Seite 50 etwa wer der Täter ist?! Allerdings tut das dem Buch keinen Abbruch. Es ist so wahnsinnig toll geschrieben, dass es selbst dann noch spannend ist, wenn man das Ende bereits kennt.

Am Wochenende ist der erste Advent! Worauf freut ihr euch in der Adventszeit besonders? Weihnachtliche Bücher, Blogger-Adventskalender oder gibt es noch andere buchige Themen die euch in dieser Zeit ganz besonders freuen?
Mh.... Ich weiß, dass unsere Stadtbibliothek am Adventskalender der Stadt teilnimmt, aber ich freue mich eher auf nicht buchige Dinge zu Weihnachten. Ich bin allgemein ein sehr weihnachtlicher Mensch. Weihnachten ist meine Lieblingszeit im Jahr. Dementsprechend könnte ich Stunden auf dem Weihnachtsmarkt herum schlendern, auf dem Sofa liegen während Weihnachtslieder dudeln und ich liebe es, wenn es so richtig schön kitschig (nicht bunt, eher traditionell!) geschmückt ist! Und die Plätzchen erst! 


24. November 2014

Mockingjay Part I




Am Samstag war es dann endlich soweit: wir entschieden uns spontan ins Kino zu gehen. Natürlich zu Mockingjay Part I. Ich bin ein extremer Panem-Fan und habe nun ewig auf die Fortsetzung der Reihe gewartet. Immer und immer wieder die Bücher gelesen. Auf Facebook betreibe ich mit ein paar anderen eine Fanpage zu Panem. Leider waren die Vorstellungen am frühen Abend alle schon ausgebucht, sodass wir - ich bin Frühaufsteher und auch Frühschläfer! - die Vorstellung um 22.30 besuchen mussten. Die Fahrt allein dauerte auch nochmal gut eine dreiviertel Stunde hin zum Kino. Es war also ein langer Abend, aber es lohnte sich.

Katniss befindet sich in Distrikt 13, der Rebellenzentrale. Peeta haben sie zurückgelassen. Er befindet sich im Capitol, in den Händen Präsident Snows. Die beiden werden gegeneinander ausgespielt. Katniss soll als "Werbefigur" für die Rebellion stehen, sie soll den Spotttölpel spielen. Im Rahmen ihrer Aufgabe bereist sie die zerstörten Gebiete Panems und dreht Propagandavideos, die in ganz Panem gesendet werden, sogar im Kapitol. Peeta hingegen muss entsprechende Videos für das Kapitol drehen, in der Hoffnung den Aufstand niederschlagen zu können. Ganz Panem befindet sich im Aufruhr. Die Distrikte sind zerstört, von Distrikt 12 - Katniss' Heimat - ist nur noch ein Haufen Schutt, Asche und Skelette übrig. Katniss verkörpert die Hoffnung einer seit Jahrhunderten versklavten Gesellschaft. 

Schauspielerisch hat vor allem Josh Hutcherson (Peeta Mellark) geglänzt. Er hat die Rolle des Peeta so überzeugend gespielt, dass mir ganz anders wurde. Einfach grandios! Auch Jennifer Lawrence hat wieder einmal eine fantastische Katniss gemimt. Alles in allem ein sehr herzzerreißender Film. Zwei Jugendliche, die im Namen größerer Mächte missbraucht und gegeneinander ausgespielt werden. Die Darsteller haben das so authentisch herüber gebracht, dass ich mehrfach den Kloß im Hals nur notdürftig herunter schlucken konnte. Besonders als Katniss das Lied vom "Hanging Tree" singt... wahnsinn! Im Original noch viel schöner, als in der Deutschen Synchronisation. Nun muss ich wieder ein Jahr warten. Der Cliffhanger war wirklich eine üble Sache! 

22. November 2014

Grateful & Guilty


Lieber Kaffee mit Sahnehäubchen und Schokoladensirup, liebe Rindsroulade mit Thüringer Klößen und Rotkohl, liebe Eiscreme mit extra dicker Praliné-Sauce - kurz: Lieber Genuß,

seit Kindheitstagen faszinierst du mich. Nicht nur dein Konsum, sondern auch deine Herstellung. Die ersten Bücher, die ich mit Begeisterung aufschlug, waren Koch- und Backbücher. Die Tage, an denen ich gemeinsam mit Mutter oder Großmutter am Ofen stand, waren die schönsten. Und wer gern kocht und backt, der isst auch gern. Denn man muss kosten, muss sich selbst für die harte Arbeit und die Stunden in der Küche auch belohnen. Und man kann natürlich niemandem etwas anbieten, das man nicht selbst allerbesten Gewissens isst! 

Doch unsere Beziehung wurde kompliziert. Während der Arzt früher stets den mahnenden Finger hob und fragte: "Isst das Kind auch genug?", ja während all die Kleidung an meinem schlaksigen und zu dürren Körper rutschte, hat sich nun alles ins Gegenteil verkehrt. Es muss eine neue Hose her, denn die Alte kneift und kniept an allen Ecken und Kanten, pardon: an allen Rundungen. Wir sehen uns nur noch selten, lieber Genuss. Ich musste meinen Kontakt zu dir einschränken, um nicht noch mehr zu zunehmen. Aber ab und an, wenn niemand hinsieht und verächtlich registrieren kann, dass "die Dicke dort" etwas Ungesundes isst, dann sehen wir uns wieder. Aber psst.... das bleibt unser kleines Geheimnis!




20. November 2014

Sparkling or Still

Ein Ratschlag, der mir bereits mehrfach im Studium begegnete: Schreib mehr, am besten jeden Tag! Wenn man Literatur studiert wird man unweigerlich mit der Aufforderung konfrontiert, nicht nur zu lesen sondern auch zu produzieren. Ein Germanist, so glaubt man, kann sich gut ausdrücken. Er ist ein Jongleur Deutscher Worte. Aber das muss auch ein Germanist erst werden. Und da gilt, wie bei so vielem anderen auch - Übung macht den Meister. Ich habe daher ein bisschen im Internet gestöbert, denn was soll man schon jeden Tag schreiben? Was motiviert einen eigentlich, jeden Tag ein paar Sätze zu Papier zu bringen? 

Bei meiner Suche bin ich dann auf zwei Seiten gestoßen, die mir sehr gut gefallen haben. Zum einen Daily Post. Auf diesem Blog werden täglich kleine Ideen veröffentlicht. Und zum anderen The One Minute Writer, hier wird man aufgefordert eine Minute (exakt!) am Tag zum Beantworten einer kleinen Schreibaufgabe zu verwenden. Ich möchte das (wahrscheinlich) nicht jeden Tag tun, aber wenn die Themen mir zusagen - warum nicht? Und somit kommt hier der erste Tag! 

Ich werde mit Sicherheit so manches dabei ein wenig übertreiben, denn es geht mir mehr um den Umgang mit der Sprache, als dass ich euch einfach stur ein paar Fragen beantworte. Trotzdem fordere ich euch auf: diskutiert mit! Fühlt euch frei, in den Kommentaren eure Sicht darzulegen zum diskutierten Thema! Ich würde mich freuen, mit euch ins Gespräch zu kommen. 

Sparkling Or Still: what's your idea of a perfect day off? 

An einem perfekten freien Tag stehe ich schon am Morgen erholt auf. Der Tag beginnt mit einem gemütlichen Frühstück mit der Familie. Eine dampfend heiße Tasse Kaffee steht vor meiner Nase und verteilt das herrliche Aroma. Den Vormittag nutze ich, um all meine Aufgaben zu erledigen. Und ja, auch an einem freien Tag möchte ich die mir selbst auferlegten Aufgaben (Aufräumen, etwas für die Uni lesen, derlei Dinge) erledigen. Ich fühle mich nur gut, wenn nichts liegen bleibt. Idealerweise - und hier trennt sich die Realität vom Traum - habe ich meine Aufgaben bis zum Kaffeetrinken spätestens geschafft. Danach kuschle ich mich in mein Bett und schaue auf Amazon Instant Prime oder Netflix meine Lieblingssendungen oder schreibe im Internet mit Leuten, die ich mag. Zum Ende des Tages hin fahre ich dann zu meinem Pferdchen oder verbringe Zeit mit meinen anderen Tieren, ehe ich dann mit einer guten Tasse Tee die Arte Dokumentation schaue, die jeden Tag kommt. Ich gehe zeitig ins Bett.

1 min: How's your week going so far? 

Meine Woche läuft ganz gut. Ich habe es ruhiger angehen lassen. Natürlich ist das keine gute Idee so kurz vor der mündlichen Prüfung, aber jeder braucht doch mal eine kleine Auszeit. Zudem habe ich eigentlich, wenn ich es recht bedenke, auch recht oft die Nase ins Buch gesteckt. Trotzdem kam meine Freizeit nicht zu kurz, was dafür spricht das mein Zeitmanagement diese Woche sehr gut ist. 

18. November 2014

Gemeinsam lesen


Ich steige nun auch ein in die tolle Aktion "Gemeinsam lesen", bei der jeden Dienstag Fragen gestellt werden die natürlich auch an den folgenden Tagen noch beantwortet werden dürfen. 

Gegründet wurde die Aktion von Asaviel, geführt wird sie nun von Weltenwanderer und Schlunzenbücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Erbarmen von Jussi Adler Olsen, da bin ich auf Seite 27. Und Hamlet von keinem Geringeren als William Shakespeare, dort auf Seite 73.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
An diesem Punkt gefror seinem Chef das Lächeln im Gesicht.
Erbarmen

In diesen tiefen Seufzern ist ein Sinn;
Legt sie uns aus, wir müssen sie verstehn.
Hamlet


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Mh.. ich bin ja wie man sieht noch nicht sehr weit gekommen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie das Buch sich entwickeln wird. Ich lese es eigentlich nur, da es mir auf dem Lesestapel meiner Mutti auffiel. Thriller sind eigentlich nicht so meins.

4.  Es gibt ja unzählige Reihen in unserem Bücherdschungel - bist du ein Fan von Mehrteilern? Welches ist deine Lieblingsreihe?
Ich liebe Reihen. Ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Auf jeden Fall die Guildhunter- und PsyChangeling-Reihe von Nalini Singh. Panem, Harry Potter, Herr der Ringe. Die Klassiker eben. Allgemein mag ich Reihen lieber, denn ich trenne mich immer nur schwer von den Personen eines Buches. 

Guten Morgen!


Leider konnte ich nicht so am gemütlichen Lese-Miteinander teilnehmen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Erst stieg ich etwas zu spät ein und dann musste ich, von Müdigkeit und Vernunft übermannt, bereits ins Bett. Schade. Das Lese-Miteinander der lieben Livia ist wirklich eine klasse Sache :) Ich freue mich schon aufs nächste Mal, bei dem ich hoffentlich ganz und gar in Ruhe teilnehmen kann. 

In dem Sinne wünsche ich euch einen guten Dienstagmorgen! Macht was Schönes aus dem Tag!  Was habt ihr denn heute so vor? Ich habe heute unerwartet frei und kann/muss den Tag daher für's Lernen und Aufarbeiten nutzen. Gegen drei fahre ich dann zu meinem Nachhilfe-Kind. 

Beste Grüße,
eure Lisa 

17. November 2014

Gemütliches Lese-Miteinander

Die liebe Livia von Samtpfoten mit Krallen organisiert nun schon zum vierten Mal ein gemütliches Lesemiteinander. Los geht es ab 19:30. Ich würde heute auf jeden Fall endlich mal mitmachen :) Falls hier Kurzentschlossene unter euch sind: ihr habt noch ein paar Minuten!

NEUNZEHN UHR DREISSIG
1. Wo liest du heute? Beschreib deinen Leseplatz mit einigen Worten oder lade ein Bild davon hoch, damit wir neugierigen Mitleserinnen und Mitleser ein Auge in deine Wohnung werfen können :-)

Leider hat meine Kamera gerade aufgegeben, deswegen beschreibe ich. Ich werde heute sicherlich schwanken zwischen meinem Bett und meinem kleinen Stühlchen an der Heizung. Ersteres hat eine Leselampe und zig kuschelige Kissen. Zweiteres wird von so einer Weihnachtskette beleuchtet. Ein alter Holzstuhl meiner Urgroßmutter direkt neben der Heizung.

2. Hast du dir ein paar Snacks gerichtet und/oder was gab/gibt es bei dir heute zum Abendessen? 

Ich habe mir von der Tassimo eine lecker heiße Milka machen lassen. Dazu gab es ein Leckermäulchen "Tiramisu". Zum Abendbrot gab es Butterbrot mit Ofenkäse.

3. Was liest du heute?

Hamlet von Shakespeare & Erbarmen von Jussi Adler-Olsen.

ZWANZIG UHR DREISSIG
1. Hast du heute ein bestimmtes Leseziel?

Nicht wirklich. Da ich früh aus dem Bett muss morgen (gegen 3 oder 4, mal schauen wozu ich mich durchringe) werde ich heute leider nicht so lange mitlesen können. Ein oder zwei Kapitel wären schön :)
  
      2. Was ist dein Eindruck zum momentanen Buch?

Ich finde den Protagonisten sehr spannend. Carl Morck ist mal was anderes. Eine zerrüttete Persönlichkeit. Bis jetzt hab ich allerdings noch keinen weiteren Eindruck, da ich gerademal auf Seite 26 angelangt bin. 

      3. Beschreibe die Protagonistin/den Protagonisten des Buches mit fünf Adjektiven.

zerrüttet, beschämt, zynisch, willensstark, tapfer


      4. Wer trinkt ein Glas Wein mit?

Ich leider nicht ^^ Ich trinke keinen Alkohol :D Ich nehm was Alkoholfreies, wenn du was da hast :P

[Rezension] Chronik eines angekündigten Todes


Chronik eines angekündigten Todes
geschrieben von Gabrial García Márquez

Fischer Verlag, 128 Seiten
7,95 €, Taschenbuch

"An dem Tag, an dem sie ihn töten sollten, stand Santiago Nasar um fünf Uhr dreißig morgens auf[.]" So wird bereits auf der ersten Seite, ja sogar im ersten Satz klar, dass Santiago Nasar sterben wird. Auch die Mörder bleiben nicht lange unbekannt. Einzig das "Wie" ist es, dem wir in 128 Seiten auf den Grund gehen. 

Gabriel Garcia Marquez ( 1927 in Kolumbien geboren) geht den letzten Stunden des Halbarabers Santiago Nasar, der in einem kleinen kolumbianischen Dörfchen an der Karibikküste lebt, auf den Grund. In der Nacht vor dem Mord feiert Bayardo San Roman, ein reicher Zugezogener, seine Hochzeit mit einem der schönsten Mädchen des Dorfes. Doch noch vor Tagesanbruch bringt er die Braut zurück in ihr Elternhaus - sie ist nicht mehr unbefleckt. Sie gibt an, Santiago Nasar sei der Täter und das ganze Dorf weiß, dass sich die Zwillingsbrüder des Mädchens an ihm rächen wollen. Jeder weiß es, jeder möchte Santiago Nasar warnen und doch, letztendlich stirbt er.

 "'Santiago, mein Junge', schrie sie ihm zu. 'Was ist mit dir!' Santiago Nasar erkannte sie. 'Sie haben mich getötet, Fräulein Wene', sagte er."

Wer nun glaubt, dass ich mit dem Verraten des Mordmotivs und der Mörder bereits soviel verraten habe, dass es sich nicht lohnt dieses Buch zu lesen, der irrt. Denn darum geht es in "Chronik eines angekündigten Todes" nicht. Es geht um den Tathergang. Wie konnte es zu dem Ehrenmord kommen, den jeder zu verhindern versuchte. Sogar die Täter selbst! Wo und wie stirbt der Mann, dessen Unschuld bis zum Ende des Romans von einigen vermutet wird? 

Wer bereits Werke des Autoren kennt weiß, dass es sich um einen Geschichtenerzähler der Extraklasse handelt. Gabriel Garcia Marquez gelingt es immer wieder, eine eigentlich recht nüchterne Angelegenheit so wortgewaltig (jedoch keinesfalls zu schwulstig!) zu beschreiben. Er ist ein Chronist. Er ist ein Künstler. Seine Werke laden dazu ein, dass man sich für einige Stunden in eine ganz andere, fremde Welt begibt und versucht, diese zu verstehen. Man kann diese Kurzgeschichte allein schon ihrer Wortschönheit wegen lesen. Aber auch, um ein bisschen besser zu verstehen. Und letztlich lehr uns die Geschichte zumindest eines: Das Schicksal wird eintreten. Es ist einfach so.

Von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung für jene, die sich ein bisschen für andere Kulturen (v.a. die südamerikanische) interessieren oder auf der Suche nach Werken sind, die sich durch den besonders künstlerischen Gebrauch von Sprache auszeichnen. Eher nicht empfehlenswert ist dieses Buch für den, der Action und Nervenkitzel möchte. 

15. November 2014

Vom Schreiben über das Schreiben

Literatur zu verfassen ist eine Aufgabe, die viel Geschick erfordert. Doch auch das Schreiben über das Schreiben ist eine Herausforderung für sich. Als ich damals diesen Blog gründete war ich mir dieser Herausforderung nicht bewusst. Ich habe andere Buchblogs überflogen mit der Absicht herauszufinden, wie genau man so etwas überhaupt schreibt. Ich lese schließlich gern, also kann ich doch auch meine Meinung über das Gelesene kundtun!

So einfach ist es nicht und das wird mir heute umso mehr bewusst. Aus gegebenem Anlass. Wie viele von euch wissen studiere ich Germanistik. Dieses Studienfach sieht, zumindest an unserer Universität, den Besuch eines schreibpraktischen Moduls vor. Zur Auswahl standen viele schöne Dinge: creative writing, Kurzgeschichten schreiben, Lyrik verfassen. Ich schreibe zwar gern, jedoch empfinde ich solche Texte stets als sehr persönlich. Ziel des Seminars war es jedoch, dieses Persönliche öffentlich zum "Zerfetzen" zur Verfügung zu stellen. Man mag mich kritikunfähig nennen, doch dies war der Grund warum ich mich letztlich gegen ein Seminar entschied, das sich mit kreativem Schreiben beschäftigt.

Stattdessen wählte ich ein Modul über Literaturkritik. Nicht etwa weil das Thema mich interessierte, sondern bloß weil ich ein Seminar schließlich machen musste. Mein stets etwas überanstrengtes Köpfchen zog nicht gleich die Verbindung. Ich war mir am Anfang gar nicht bewusst, dass ich als Autorin dieses Blogs natürlich genau das im Blick haben sollte: Literaturkritik. Doch dann fiel es mir natürlich wie Schuppen von den Augen, welche Chance diese Veranstaltung mir als Bloggerin bietet. Ich werde von einer waschechten, etablierten Literaturkritikerin erlernen, wie man das schreibt. Wie man herangeht. Was hinein muss und was nicht.

Zwei Veranstaltungen des Moduls habe ich bereits besucht. Frau Maike Albath  ist eine wundervolle Seminarleiterin. Sehr anschaulich und mit tollen, kreativen Übungen führt sie uns an das Ziel des Seminars heran: das Verfassen einer guten, waschechten Literaturkritik. Eine Erkenntnis ist mir leider bereits gekommen: die bisher auf diesem Blog erschienen Rezensionen sind Welten davon entfernt, was eine gute Kritik ausmacht. Dafür entschuldige ich mich vielmals. Ich habe stets besten Gewissens in die Tasten gehauen. Nun aber, da mir das richtige Handwerkszeug in die Hand gegeben wird, möchte ich genau diese im Studium erlernten Fertigkeiten umsetzen. Dieser Blog ist nicht (mehr) nur für die wenigen Leser von Vorteil, um sich über Bücher zu informieren. Sondern auch mir wird die Übung in der Praxis hoffentlich gut tun.

Ich hoffe, ihr nehmt mir meinen überschwänglichen Elan und Plan, hier das Erlernte an euch zu erproben, nicht übel. Stattdessen lade ich euch ein, gemeinsam mit mir das zu erlernen, was sich Literaturkritik nennt, angeblich ausstirbt und doch gerade in diesen "schwarzen Tagen" so floriert. Vorgenommen habe ich mir bereits, kritischer an Werke heran zu gehen und auch gezielt nach positiven und negativen Aspekten zu suchen.  Aufgabe zum nächsten Seminartag ist es, Schriftproben zu verfassen. Diese werde ich euch nicht vorenthalten. Zu den Büchern, die ich definitiv rezensieren werde, gehören unter anderem: David Wagner "Leben", Gabriel Garcia Marquez "Chronik eines angekündigten Todes" und, ganz klassisch, J.K. Rowling "Harry Potter". Wir werden sehen, wohin mich dieser Weg nun führen wird.