29. Januar 2014

Rezension: Lycidas v. C.Marzi

Titel: Lycidas
Reihe: Die uralte Metropole; Teil 1
Autor: Christoph Marzi
Seiten: 864
Verlag: Heyne
Preis: 9,99 € (Amazon)

Inhalt

Der Inhalt dieser Geschichte ist mehr als komplex, ich versuche dennoch mein Bestes, euch einen kleinen Überblick zu verschaffen.

London. Die Stadt, die jeder kennt und tagtäglich von Touristen beinahe niedergetrampelt wird. Doch es gibt nicht nur das "überirdische" London, nein. Denn durch die U-Bahnen gelangt man über Sidings in die Uralte Metropole. Eine Stadt unter der Stadt. Der magische Teil Londons. Denn hier gibt es Elfen, Trickster, Alchemisten und sprechende Ratten.  Die uralte Metropole erholt sich von Aufständen, die infolge einer Mordserie entbrannt sind. Die zwei herrschenden Familien der Uralten Metropole, Mushroom und Manderley Manor, beschuldigen sich gegenseitig der Verbrechen. Allein eine Ehe zwischen den Häusern scheint die Aufstände niederzwingen zu können. Und so kommt es, dass Martin Mushroom und Mia Manderley einander verheiratet werden. 

Von all dem weiß die kleine Emily Laing nichts. Sie ist ein Waisenkind und lebt in einem der berüchtigsten Waisenhäuser, dem in Rotherhithe. Die Kinder leben in Angst und Schrecken, werden kaum gut behandelt. Eines Tages begegnet der kleinen Emily eine Ratte die ihr aufträgt, auf eines der neueren Kinder im Haus aufzupassen: Mara. Noch weiß Emily nichts von dem kleinen Kind. Doch das soll sich bald ändern. 

Die Ereignisse überstürzen sich kurz darauf. Aurora, Emilys beste Freundin, steht Schmiere, während Emily in die Privaträume des Waisenhausleiters eindringt um dort ihre Akten einzusehen. In dem Moment wird die kleine Mara von einem Werwolf entführt und Emily wird ertappt - sie muss fliehen. Doch der Werwolf, der sich seiner Zeugin bewusst ist, hetzt dieser nach. Allein Lord Brewster, die Ratte, kann ihr noch helfen. Er hilft ihr zu entkommen und bringt sie zu Master Wittgenstein. Dieser Alchemist ist es, der Emily über ihre Existenz aufklärt. Denn Emily ist die Tochter einer Elfin und eines Menschen, ein sogenanntes Wechselbalg, eine Trickster. Sie hat besondere Fähigkeiten die es ihr erlauben, in die Köpfe anderer einzudringen. Und genau diese Fähigkeit soll dabei helfen, die kleine Mara zu finden. Denn diese ist nichts geringeres, als Emilys leibliche Schwester. Aurora, die ebenfalls aus dem Waisenhaus befreit wurde, hilft ihrer besten Freundin, die sich gemeinsam mit Wittgenstein und einigen anderen quer durch die uralte Metropole hinab in die Hölle begibt und dabei mehrfach um ihr Leben fürchten muss. Mara muss gefunden werden!

Meinung

Ich empfand es als sehr schwierig, eine Inhaltsangabe zu verfassen. Lycidas ist ein sehr komplexes Werk. Marzi entwickelt zu jedem einzelnen Charakter eine sehr detailreiche Geschichte. Diese werden hier und da eingestreut, ohne aber das Gesamtbild zu zerstückeln. So ergibt sich eigentlich eher ein Geflecht aus vielen verschiedenen Geschichten, die insgesamt dann den roten Faden bilden.  Neben den sehr lebendig beschriebenen Charakteren, steht auch der Rest dem in nichts nach. Lycidas hat eine sehr eigene, umso schönere Hintergrundgeschichte und der Autor verbindet alte Mythen und Legen ganz neu, verwebt sie alle miteinander und es entsteht eine ganz neue Geschichte daraus. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Luzifer ist zwar der gefallene, nicht aber der böse Engel. Anubis und seine Heerschar aus Toten ist gar nicht so übel. Der Rattenfänger von Hameln. Wunderschöne, verlockende Wesen. Nyx. Und was weiß ich nicht alles.

Fakt ist, Marzi entwickelt eine unglaublich vielschichtige und interessante Fantasiewelt, die man meiner Meinung nach unbedingt kennen lernen sollte als Freund der Fantasyliteratur.


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