3. Januar 2014

Rezension: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

am Freitag, Januar 03, 2014
Titel: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär
Autor: Walter Moers
Seiten: 704
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 10 €

Inhalt

Jeder kennt Käpt'n Blaubär. Der alte Seebär, der auf seinem Hausboot den Enkelkindern Seegarn vorspinnt und mit Hein Blöd immer wieder Sonntags (zumindest war das zu meiner Kindheitszeit so) am Ende die Sendung mit der Maus unsicher macht. Aber was geschah eigentlich in Blaubärs Kindheit? Wo kam er her und was erlebte er? 

Zu Beginn des Romans sitzt ein kleiner, blauer Bär in einer Nussschale. Nicht groß also. Er kommt auf das Schiff der Zwergpiraten; dies ist sein erstes Leben. Und dann, im nächsten Leben, geht es zu den Klabautergeistern. Im darauffolgenden wird er Opfer der Schlemmerinsel und so weiter. Letztlich gerät Blaubär in die Nachtschule des Prof. Dr. Nachtigaller, dessen Lexikon für erklärungsbedürftige Wunder und Wesen Zamoniens den Leser durch das Buch begleitet. Blaubär gerät in eigentlich nahezu jede Gefahr, die man sich denken kann. Vom Ewigen Tornado, in dem er 100 Jahre altert, bis hin zur verführerischen, aber tödlichen Insula Gourmetica (ich hoffe, ich habe den Namen richtig in Erinnerung). Und all das nimmt er auf sich, um Atlantis zu finden: die Hauptstadt Zamoniens. Und natürlich ist er, das ist ja fast schon klassisch, auf der Suche nach einem anderen Blaubären; einem Mädchen. Denn die Einsamkeit, der einzige Buntbär zu sein, ist ihm nicht geheuer.

Meinung

Ich gebe zu: ich ging mit Vorurteilen an den ersten Band der Zamonien-Reihe heran. Käptn Blaubär? Kinderkram. Und Walter Moers? Ist das nicht der vom kleinen Arschloch? Oh Gott, na DAS will ich eigentlich nicht lesen. Aber ich habe dann auf meine Mama, die das Buch zuerst in der Hand hatte, gehört und habe es ebenfalls gelesen. Und ich bereue es nicht. In dem Buch wird die Fantasie des Lesers wirklich geweckt, egal wie alt man ist. Moers entführt den Leser in eine Welt, die der unseren so anders ist und doch irgendwo eigentlich so hätte sein können. Zum Schluss des Buches versuchen sich schließlich die Wunderwesen Zamoniens zu retten, weil die Menschen der Erde ihnen keinen Platz lassen. Sie nicht leben lassen, weil sie anders sind. Warum eigentlich nicht? Und eine plausible Erklärung, warum Atlantis fort (nicht untergegangen!) ist, liefert Moers gleich mit. Die Wunderwelt Zamoniens wird Seite um Seite lebendig, auch wenn sich das Buch ein bisschen zieht, wie ich finde. Teilweise war es sehr langatmig. Das wiegt der Roman aber auf jeden Fall wieder auf durch die wunderschönen und humorvollen Leben des alten Seebären. 

Zitate

Er sah mich so lange und durchdringend an, wie einen nur sehr alte Leute ansehen können, bis man nicht mehr weiß, ob sie einen immer noch mustern, oder ob sie inzwischen schon gestorben sind.

Das Leben ist kurz, behauptet man. Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel. Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.


 

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