20. September 2016

Gemeinsam Lesen // 20.09.2016

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese wieder mal sehr viel parallel :D
- J.R.Ward: Seelenjäger, S. 45
- Dörte Hansen: Altes Land, 18%
- Stephen King: Schwarz, 18%

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Eine halbe Stunde und ein Truthahnsandwich später materialisierte sich V auf die Terrasse seines privaten Penthouses in der Innenstadt." (Seelenjäger)

"Im Gruppenraum der Käfer standen die Stühle auf dem Tisch, der Boden war gefegt, gewischt, schon wieder trocken, jetzt legte Marion im Wickelraum die Handtücher zusammen, was überhaupt nicht ihr Job war." (Altes Land)

"Kennerly war zahnlos und unangenehm und mit Töchtern geschlagen." (Schwarz)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Zu Seelenjäger habe ich nach nur einem Kapitel und dem Prolog noch nicht viel zu sagen.  Altes Land mag ich bis jetzt sehr gern, auch wenn die Sprünge und Personenverhältnisse hier und da ein wenig verwirrend wirken. Vielleicht stelle ich mich aber auch einfach ein wenig an und finde nicht recht in die Geschichte. Schwarz fange ich nun schon zum gefühlt hundertsten Mal an, bisher hat die Geschichte mich nie so fesseln können, dass ich es durchgezogen habe. Ich bin allerdings ein Mensch, der liest ein Buch auch zu Ende wenn er es sich einmal vorgenommen hat - auch wenn mehrere Anläufe nötig sind. Ich hoffe, diesmal klappt es :D

4. Auf welches Hobby würdest du ausweichen, wenn es morgen plötzlich keine Bücher mehr gäbe, und deine vorhandenen auch alle nicht mehr da wären?
Ich muss sagen, der Verlust von Büchern würde mich zwar schmerzen und mich zudem meinen Job kosten, hobbytechnisch wäre es aber wohl kein Weltuntergang - auch wenn ich es wie gesagt sehr vermissen würde. Ich habe viele andere Hobbys, die mich genauso ausfüllen wie das Lesen: Westernreiten, ich habe schließlich ein eigenes Pferd. Serien, Serien, Serien. Ich programmiere gern. Und seit mehr 15 Jahren spiele ich Klavier. Gäbe es keine Bücher mehr, würde ich eben den anderen Hobbys mehr Zeit widmen. Neue erlernen. Und so weiter. Ich bin ein so vielseitig interessierter Mensch, dass sich immer etwas finden lässt was mir Spaß macht. 

19. September 2016

Montgsfrage: Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Lustigerweise mag ich ganz häufig den Antagonisten, teilweise auch ein bisschen mehr als den eigentlichen Helden. Draco Malfoy ist da nur das berühmteste Beispiel. Leider fallen mir gerade gar keine weiteren "Antihelden" ein, zumindest nicht im Bereich Bücher. Ich habe eher die Antagonisten diverser Serien im Kopf, die ich lieber mag als die "guten Jungs", z.B. Ramsay Bolton. (Obwohl Iwan Rheon meint, wer Ramsay mag sei "fucked up" :D)

16. September 2016

Gemeinsam Lesen



Bücher-Frage:
1. Setzt du dir Kaufverbote oder andere Ziele um deinen SuB zu verringern?
Ein Kaufverbot würde mir nichts bringen, da ich ohnehin keine Bücher  kaufe :D Zu 99,9% leihe ich ja in der Bücherei, nur selten kaufe ich mir einmal ein Buch, das ich unbedingt selbst besitzen möchte. Ich setze mir an sich auch keine Ziele oder ähnliches, um den SUB zu verringern. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, aber eigentlich... nein. Wenn mir ein Buch ins Auge fällt, hol ichs mir eben bzw. nehme es mit nach Hause. Sollte es vor der Ausleihfrist der Bücherei nicht gelesen sein, vermerke ich es mir und lese es später. 

Private Frage:
2. Was ist der Sinn deines Lebens?
Oh, das ist eine ganz tricky Frage :D Wer denkt sich denn sowas aus? Für mich besteht der Sinn des Lebens wohl darin, Zeit mit dem zu verbringen, was mich glücklich macht; also: Zeit mit der Familie, meinen Tieren und mit meinen Hobbys. Ich strebe nicht nach "Höher, schneller, weiter". Mir reicht in Kaffeetrinken mit Mama und Papa, eine Galopppassage durch den Wald, das Kuscheln mit dem Hund - dann ist alles gut. Wenn man so will, hat mein Leben noch eine Art Sinn: Ich möchte eine Familie gründen, ganz klassisch: Mutter - Vater - Kind. Und ich möchte meine Familie, sprich Mann, Kind und Eltern, unter einem Dach versammelt haben. Das wars :D Das ist für mich der Sinn des Lebens. 

13. September 2016

Gemeinsam Lesen, KW 37


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


Zum einen lese ich immer noch an "Die Insel unter dem Meer" von Isabel Allende und bin bei 75%. Parallel lese ich "Doing Germany" von Agnieszka Paletta, ich bin bei 60%.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Another winter in Munich." (Doing Germany)

"Zacharie führte mich, ohne mir auf die Füße zu treten oder andere Paare zu rempeln, wir mußten Figuren auf der Tanzfläche machen, die Arme bei uns behalten und nicht mit dem Hinterteil wackeln." (Die Insel unter dem Meer)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
"Doing Germany" hat mir zuerst ein wenig Angst bereitet, es ist schließlich ein englischsprachiges Buch. Aber scheinbar ist meine Kenntnis doch gut genug, um den Text zu verstehen und auch die Pointen herauslesen zu können :D Doing Germany ist ein für mich sehr spannender und auch lustiger Bericht, bei dem man uns Deutsche mal von außen betrachten kann. Dabei bin ich immer wieder überrascht, woran sich die Autorin stößt bzw. was sie als amüsant o.ä. empfindet. Dinge, die ich als Deutscher anders nicht kenne und daher nie einen Gedanken daran verschwendet habe, dass es sich um etwas typisch Deutsches handelt und für andere so nicht nachvollziehbar ist. 

4. Hast du schon Blogs gelesen bevor du selbst Blogger wurdest?
Ja, allerdings keine Buchblogs. Ich lese schon sehr, sehr, sehr lange Beauty-Blogs, da ich so ein richtiger MakeUp-Suchti bin. Ich hab ehrlich gesagt auch mehr Kosmetik hier als Bücher :D Buchblogs lese ich erst, seit ich selbst darüber blogge. Wobei ich zugeben muss, dass ich nach wie vor selten bei Buchblogs stöbere, was natürlich makaber klingt weil ich ja selbst einen schreibe.  

12. September 2016

Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlight zu gelten?


Genauso ungern wie das Prädikat "Enttäuschung" verwende ich das des "Highlights". Ein Buch ist gut oder weniger gut, packend oder weniger packend, spannend oder eben weniger spannend. Aber so recht... als Highlight bezeichne ich sehr selten Bücher. Damit ich von einem Highlight spreche, muss das Buch mich sofort gefangen nehmen und darf mich nicht loslassen. Es muss eines dieser Bücher sein, dass sogar mich dazu bringt, ein Buch in nur wenigen Tagen durchzulesen. Und es muss im Kopf bleiben. Muss mich bewegen. Viele Bücher sind nach dem Auslesen aus dem Kopf. Spätestens ein paar Wochen danach. Man weiß zwar noch, worum es ging. Aber man "fühlt" nichts mehr. Bei einem Highlight ist das, meiner Meinung nach, anders. Ich habe z.B. zu Jahresbeginn "All die verdammt perfekten Tage" gelesen und könnte nach wie vor wie ein Schlosshund heulen. Dass ich auch Monate nach dem Lesen immer noch emotional reagiere, wenn es um das Buch geht, zeichnet für mich ein absolutes Highlight aus. 

9. September 2016

Wölkchens Freitagsfragen, 09.09.2016



1. Hast du einen Lieblingsprotagonist? - Falls ja, wer ist es? 
Es gibt mehrere Lieblingsprotagonisten, natürlich. Einer meiner All-Time-Helden ist Atreju aus der unendlichen Geschichte und - sofern auch "Tiere" zählen - Fuchur. Zu meinen Lieblingsprotas gehören zudem unter anderem auch: Zsadist aus der Black Dagger Reihe, Aodhan aus der Guild Hunter Reihe, Peeta aus "Panem", Draco Malfoy, && &Ich habe glaube ich sehr viele Lieblingsprotagonisten, die mir so jetzt gar nicht alle einfallen.

2. Hast du eine Macke oder Angewohnheit die dir peinlich ist? - Traust du dich sie uns zu erzählen?
Oh, ich habe viele Macken und davon sind mir sicher 99% peinlich :D Eine, die ich zum Glück überwinden konnte, war das abknabbern und abreißen der Fingernägel, wenn ich nervös war. Mittlerweile habe ich das zum Glück komplett hinter mir und abgelegt, aber das war wirklich unschön und hat zur Folge, dass meine Nägel auch jetzt noch sehr brüchig und kaputt wirken :( Ich habe zudem die Macke, an einer Ampel oder wenn ich irgendwo warten muss, immer wieder in den ersten Gang - Leerlauf - ersten Gang - Leerlauf und so weiter zu schalten. Ich weiß nicht, woran das liegt. Meine Mutti macht das aber tatsächlich auch. Ich schaue zudem sehr gerne Kinderfilme und -serien ála Spongebob Squarepants, Ein Land vor unserer Zeit, usw. 
Und es gibt sicher noch tausend weitere Macken, ich bein ein Mensch der aus Macken besteht :D 

8. September 2016

Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit


10 Jahre Freiheit
Natascha Kampusch

List Hardcover, August 2016
240 Seiten
Biografie

Inhalt & Meinung

1998, da war ich selbst sieben Jahre alt, wurde die zehnjährige Natascha entführt. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt 27. Also nur knapp zwei Jahre älter, als ich nun. Diese Parallelen zu ziehen mag egoistisch klingen an dieser Stelle, doch mir geistert das stets so vor Augen: Das Kind hätte ich sein können, ich war etwa in dem Alter. Und nun bin ich fast  in dem Alter, in dem meine Mutter damals ihr Kind verloren hätte. Ohne inen Hinweis einfach verschwunden. Und allein bei dem Gedanken stockt mir kurz der Atem, auch wenn all das rein hypothetisches Gedankenspiel ist.
Für Natascha Kampusch und ihre Familie hingegen ist das der bittere Ernst gewesen. Jahre hat das Mädchen in einem Verließ zugebracht. All die Jahre, die für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit so entscheidend sind. Und für die Familie war die Situation nicht erträglicher: Zur Ungewissheit über den Verbleib der Tochter gesellten sich mannigfache Anschuldigungen, am Verschwinden selbst schuld, beteiligt oder gar Drahtzieher gewesen zu sein. Ich bin mir sicher, jeder Teil dieser Familie ist durch die eigene persönliche Hölle gegangen. 

10 Jahre Freiheit beschäftigt sich nun allerdings nicht mit dem Verschwinden Nataschas und der Zeit in Gefangenschaft, einen Bericht darüber hat die junge Frau bereits in einem anderen Buch verfasst. Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit der Zeit nach der Selbstbefreiung: Wie ist die Gesellschaft ihr entgegen getreten? Wie hat die Justiz sich dem schwierigen Fall gestellt? Wie konnte Natascha ein neues Leben beginnen? Was für eine Frau ist aus dieser Entführung hervorgegangen? 

Denn ihre physische Gefangenschaft (und natürlich auch die psychische, die der Täter aufgebaut hat) endete zwar, doch die Gesellschaft hat sie auf ihre Weise erneut gefangen genommen - als sie sich in Freiheit wähnte. 

Zum einen waren da Journalismus und Gesellschaft. Nach anfänglich viel Zuspruch wurde Natascha Kampusch mit Kritik und Anfeindung kritisiert.

Im Internet wurde ich als "Hure" beschimpft, man müsse es mir mal "ordentlich besorgen", weil das hätte dieser "Klemmi" wohl nicht richtig hinbekommen. "G'fallen tät der des doch, der Schmlamp'n!"

Zeilen wie diese musste ich mehrfach lesen, um sie begreifen zu können. Eine junge Frau wird entführt, und die Menschen haben nichts besseres zu tun als ihr so etwas an den Kopf zu werfen, bzw. so über sie zu reden? Ihr wurde vorgeworfen, selbst die Gefangenschaft inszeniert zu haben und den Täter gar ermordet zu haben. Wie - pardon - hirnverbrannt muss man sein, um solche Anschuldigungen in den Raum zu werfen?

Und auch an der Art, wie sie "weiterlebte" stieß man sich. Natascha Kampusch ist es gelungen, zu überleben. Sie hat sich von dieser Gefangenschaft eben nicht zerstören lassen, auch wenn sie ihr lebenlang damit leben muss. Doch sie tut Gutes. Sie hilft anderen. Stellt sich der Öffentlichkeit. Und beweist dabei eine unfassbare Stärke. Doch gerade diese wird ihr ebenfalls zu ihren Ungunsten ausgelegt, im Sinne von: Sie kann ja gar nicht so gelitten haben.

In welchem Gesetz steht geschrieben, dass man, wenn man einmal gelitten oder es einem schlechtgegangen ist, bis zum Ende seiner Tage in dieser Negativspirale verharren muss?

Ihr seht schon, ich könnte lang und viel darüber schreiben. Denn dieses Buch regt zum Nachdenken an. Natascha lässt den Leser nicht nur an ihrer Entwicklung tielhaben, sondern hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, der die erschreckende Fratze der Menschen zur Schau stellt - und zwar so, wie sie ist.

Von mir daher eine absolute Leseempfehlung. Ein unfassbar bewegender und aufrüttelnder Bericht.